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Peter Müller: Unterweserwerft und Nachfolger 1903-1998

Unterweser-Werft 1903-1972
SUAG 1972-1988
Geeste-Metallbau 1988-1998
                    
 1903 wurde im heutigen Bremerhaven die kleine Schiffswerft Delphin Riedemann & Co gegründet. 1905 wurde sie als Schiffswerft Delphin GmbH ins Handelsregister eingetragen und 1910 in Schiffbau-Gesellschaft Unterweser GmbH umbenannt. Bis 1914 konnten im Rahmen eines allgemeinen Aufschwungs bereits 100 Neubauten, vor allem Fischdampfer gebaut werden. Vor dem ersten Weltkrieg baute Unterweser Dreimast-Gaffelschoner und Segelheringslogger. In dieser Zeit entwickelte der Ingenieur Maier die "Maierform" für die späteren Fischdampfer. Bis zum ersten Weltkrieg baute Unterweser 60 Fischdampfer und Heringslogger. Aber auch Frachtdampfer. Im Jahre 1918 eröffnete die Werft am Ostufer des Fischereihafens eine Reparaturwerkstatt mit drei Aufschlepphelgen. In der 20er Jahren baute die Unterweser-Werft weiterhin Fischdampfer, weshalb sie im Volksmund auch "Schellfischwerft" genannt wurde. 1926 tauchte das erste Spezialfahrzeug auf, Seezeichen-Dampfer, 1927 ein Benzin-Tankschiff und 1927/28 eine Serie von fünf Doppelschrauben-Baggerprähmen für Rußland. Neuland wurde auch mit dem Bau des Forschungsschiffes "Makrele" beschritten. Es war das erste Schiff, das mit zwei Voith-Schneider-Propellern ausgerüstet wurde. Die allgemeine Wirtschaftskrise verschonte auch die Unterweser-Werft nicht. 1932 wurde kein Schiff mehr gebaut. 1935 wurden bereits wieder zwei Frachtschiffe gebaut. 1938 gab der NDL den Auftrag zum Bau des Hochseeschleppers "Steinbock" und des Hafenschleppers "Loewe". Ende des Krieges trat dann immer mehr der Bau von Vorpostenboote n, U-Bootjägern und Minensuchbooten in den Vordergrund. Nach 1945 beschäftigte sich die Unterweser-Werft zunächst, wie auch Seebeck, mit Reparaturarbeiten, Umbauten und Rückbauten. Ab 1949 konnten wieder Fischdampfer, zunächst der 400-BRT-Typ, wie z.B. "Hanseat" für die Hanseatische Hochseefischerei unter der Bau-Nr. 336  gebaut werden. Ab 1950 baute Unterweser Fischdampfer wie z.B. "Sonne", "August Bösch"(1951),  "Max Gundelach"(1952), "Hans Homann"(1953) und "Mosel" (1954) gebaut werden. Mit dieser Reihe von Schiffen konnte Unterweser die konstruktive Entwicklung mit prägen und mitbestimmen. Höhepunkte dieser Entwicklung waren: - 1961 der Heckfänger "Wien" - 1963/1965 die ersten kombinierten Logger-/Heckfänger "Lesum" und "Hamme" - 1972 die Fabrikschiffe "Bremen" und "Hannover" Bis 1972 hat die Werft insgesamt 184 Fischereifahrzeuge gebaut und abgeliefert.
Parallel zum Bau von Fischdampfern wurden auch Küstenmotor- und Mehrzweckfrachtschiffe geliefert.
1968-1971 lieferte Unterweser drei Fähren ab.
1972 kam es auf dem Hintergrund der deutschen und der internationalen Schiffbaukrise zur Fusion von F. Schichau GmbH und der Schiffbau-Gesellschaft Unterweser AG. Man konzentrierte sich auf den Spezialschiffbau und baute folgende Spezialschiffe:
- 1973 die Auto-/Passagierfähre "Saint Patrick"
- 1974 den Hochseebergungsschlepper "Titan" und den "Löschkreuzer Weser"
- 1975 das Kreuzfahrtschiff "World Discorer"
            4 Bohrinselversorger sowie das Forschungsschiff "Victor Hensen"
           (seit 1999 im Aussengelände des DSM)
- 1980 den Eimerkettenbagger "Bremerhaven"
- 1987 die Fährschiffe "Pride of Dover" und "Pride of Calais"


1984/85 wurde die SUAG in den Vulkan-Verbund eingegliedert. 1988 fusionierte die Schichau-Unterweser-AG mit der Seebeckwerft AG zur Schichau Seebeckwerft AG. In einem Merkblatt schreibt die Geeste-Metallbau: "Mit diesem Zusammenschluß wurden die schiffbaulichen Hauptprozesse zur Schichau Seebeckwerft verlagert und die Betriebsstätte an der Geeste zum Spezialisten für den Schiffssektions- und Stahlbau umprofiliert.
Im Dezember 1989 erfolgte die Ausgliederung der Betriebsstätte aus der Schichau Seebeckwerft AG. Parallel erfolgte auf dem ehemaligen Gelände der Unterweserwerft eine Neugründung nämlich die Geeste Metallbau (GMB). Seit dieser Zeit war die Gesellschaft in den Unternehmensverbund der Bremer AG integriert bis ca August als der Vulkan Konkurs anmeldete.
Die Geeste-Metallbau, die mit der Unterweser-Werft außer dem Werftengelände nichts mehr gemeinsam hat, hielt sich mehr recht als schlecht mit Sektionsbau über Wasser. Im Februar 1998 arbeiteten nur noch drei Personen bei der Werft, die Industriebrache wird entsorgt. Die Sektionswerft schloß zum 31.3.1998. In den darauffolgenden Monaten wurde die Industriebrache entsorgt; Kräne, Werkzeuge und Maschinen verkauft.
Ende Juli 1998 begann man mit dem Abriss des alten Reparatur- und Ausrüstungsbetriebes der Schichau-Unterweser AG (SUAG) im Fischereihafen.
Die Ausrüstungsbetriebe wurden in den 60-er Jahre an der Herwigh-Straße erbaut. Auch die an der Kohlenkaje stehenden unverkäuftlichen Kampnagel-Kräne sollen demontiert und verschrottet werden. Zuletzt gehörten die Anlagen der in Konkurs gegangenen Schichau Seebeckwerft.
Im Juli 2000 gab die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BIS) den Auftrag einen Großteil der traditionsreichen Hallen und Gebäude abzureißen.
Zwar sollen Bagger die alten Werfthallen abreißen, aber  neben dem Verwaltungsgebäude sollen die Kupferschmiede, der Helgen und der Kran stehen bleiben.

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Baunummern-Liste Schiffbaugesellschaft Unterweser/ Schichau

Schiffbaugesellschaft  Unterweser  AG  /  Schichau Schiffsliste Bau-Nr.   Schiffsname         Typ                         Reederei                               Stapellauf                             Ablieferung          Anmerkungen 0001        Delphin           Motorboot       ....                           .....           ...             ...             ... 0002        ........               .......                ....                           .....           ...             ...             ...                            0003        ........               .......                ....                           .....           ...             ...             ...                            0004        ........               .......                ....                           .....           ...             ...             ...                            0005        ........               .......                ....                           .....           ...             ...           …

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